Februar 2013 - Unter der Gastgeberschaft des Vorstandes der IG Metall in Frankfurt/Main diskutierten am 22. Februar 2013 im Verbundvorhaben GlobePro zahlreiche Unternehmensvertreter, Forscher und Gewerkschafter Fragen der Zukunft von Dienstleistungsarbeit im Kontext der Informatisierung von Wertschöpfung.
Der in der Vorstandszentrale der IG Metall stattgefundene Workshop diskutierte über geeignete Strategien für den Umgang mit den neuen Formen der Industrialisierung im Bereich der "Kopfarbeit" in der IT-Branche. In ihrem Grußwort ging das geschäftsführende IG Metall Vorstandsmitglied Christiane Benner auf die Bedeutung des Themas für die IG Metall ein und hob den Gestaltungsbedarf im Bereich der "Kopfarbeit" als besonderes gewerkschaftliches Handlungsfeld hervor. Das Thema habe deswegen eine hohe Relevanz, weil die IT-Branche in vielen Aspekten der Dienstleistungsentwicklung und Dienstleistungsarbeit eine Vorreiterbranche sei und Maßstäbe für andere Wirtschaftszweige setze. Sie ging dann der Frage nach, welche Erkenntnisse aus der Industriearbeit für die IT-Branche - wie umgekehrt - gewonnen werden können. Als Vertreter des BMBF (Referat 512) sagte Herr Leisen, dass die sich abzeichnende Industrialisierung von Dienstleistungen einen grundlegenden Wandel der Dienstleistungswirtschaft darstelle und Auswirkungen auf die Erstellung der Dienstleistung und die dahinter liegenden Prozesse haben werde. Hier gelte es Konzepte zu entwickeln, die den Menschen in das Zentrum der Dienstleistungsproduktion stellt. Es sei der Sache sehr dienlich, dass sich die IG Metall bei diesem Thema so tatkräftig engagiere.
Herr Dr. Andreas Boes vom veranstaltenden ISF-München stellte in seinem Vortrag heraus, dass wir gegenwärtig eine Renaissance der Industrialisierung im Bereich der Dienstleistungsarbeit erleben würden. Informationsverarbeitende Prozesse wurde in synchronisierte und getaktete Wertschöpfungsstrukturen eingebettet, so dass die Welt der Büros zum Gegenstand von Industrialisierungsprozessen werden würde. Die Diskussion zeigte, dass mit Blick auf die zukünftige Entwicklung von Lean Development widersprüchliche Entwicklungstendenzen zu konstatieren sind: Einerseits sind Szenarien denkbar, in denen das neue Produktionsmodell Wegbereiter einer neuen Qualität der Nutzung geistiger Produktivkraft ist. Auf der anderen Seite ist jedoch auch ein alternatives Szenario denkbar, in dem das neue Produktionsmodell zum Synonym für "Software vom Fließband" und für neue Formen der Kontrolle "austauschbarer" IT-Arbeit wird.
Weitere Informationen zum Verbundvorhaben GlobePro unter http://www.globe-pro.de/
[PDF - 473,2 kB]
(URL: http://www.bmbf.de/_media/PM-Industrialiserung-Kopfarbeit.pdf)
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