Ankündigung: Die Entwicklung und Kultivierung von personenbezogenen Dienstleistungen - eine unverzichtbare Ressource

April 2012 - Abschlussveranstaltung der vom BMBF geförderten Vordringlichen Maßnahme zu "Personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Krankheiten" am 14. Juni 2012 im Rahmen des Hauptstadtkongresses "Medizin und Gesundheit" in Berlin. Die vom iso-Institut Saarbrücken organisierte Veranstaltung wendet sich an verschiedene Entscheidungsträger. Einer der Referenten wird der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Herr Thomas Rachel MdB, sein.

In vielen für unsere Gesellschaft wichtigen Zukunftsfeldern wird es in zunehmendem Maße auf personenbezogene Dienstleistungen, auf eine im Kern erwerbsförmig zu organisierende Arbeit von und mit Menschen, ankommen. Als Zukunftsfelder sind Wertschöpfungsbereiche zu betrachten, von denen die Produktivität und Lebensqualität unserer Gesellschaft und damit auch die Art ihrer Entwicklungsdynamik künftig in besonderer Weise abhängt. Das gilt zum Beispiel für das Gesundheitswesen, das nicht zuletzt wegen einer alternden Bevölkerung, dem drohenden Fachkräftemangel und einem anhaltenden Rationalisierungsdruck mit neuen Herausforderungen konfrontiert ist.

Der wachsende Bedarf an personenbezogenen Dienstleistungen ergibt sich aus den Bemühungen um eine beschleunigte Zirkulation, Vermittlung und Aneignung von Informationen und Wissen und dem Erfordernis einer tendenziell vieldimensionalen, über Wissensvermittlung hinausgehenden Interaktion bzw. Koproduktion und Kooperation: zwischen Dienstleistungserbringern und Nutzern (Kunden, Patienten, Klienten, Bürgern), zwischen Dienstleistungserbringern untereinander, zwischen den Sphären von Dienstleistungs- und Sachgüterproduktion, bei denen sich, wie der Trend zu hybrider Wertschöpfung zeigt, die Grenzen durchaus verschieben oder gar verflüchtigen.

Personenbezogene Dienstleistungen sind, schon weil jegliche Kooperation zwischen Subjekten mit vielen Unabwägbarkeiten einhergeht, ein "besonderer Stoff". Diesem Eigensinn wird man bei der Gestaltung von Dienstleistungssystemen Rechnung tragen müssen. Nur wenn es gelingt, die spezifischen Ressourcen des Personenbezugs mit dem Potenzial einer systematischen Dienstleistungsentwicklung zu verbinden, hat man eine Chance, den anstehenden Herausforderungen in Zukunftsfeldern gerecht zu werden. Um personenbezogene Dienstleistungen zu optimieren und in kostengünstiger, mithin tendenziell verallgemeinerungsfähiger Form zu entwickeln, bedarf es einer intelligenten Nutzung von Technik sowie einer Kultivierung und institutionellen Absicherung von Koordination und Kooperation über weitergreifende Wertschöpfungskontexte hinweg. Wie das geschehen könnte und welche Rahmenbedingungen dabei zu beachten sind - das steht mit den Beiträgen und Diskussionen auf der Abschlussveranstaltung der Vordringlichen Maßnahme "Personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Krankheiten" zur Debatte.

Zunächst wird sich der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Herr Thomas Rachel MdB, mit Fragen einer sich im Spannungsfeld von Technik, Organisation und Ethik bewegenden Dienstleistungskultur befassen. Danach zeigt Prof. Dr. Thomas Meyer, Leiter der Ambulanz für Amytrophe Lateralsklerose (ALS) und Motoneuronenerkrankungen am Virchow-Klinikum der Charité in Berlin, wie die Potenziale einer technisch unterstützten Dienstleistungsentwicklung im Interesse einer patientenzentrierten Medizin zu nutzen sind. Schließlich geht es um grundlegende Gestaltungselemente personenbezogener Dienstleistungen, die in vielen Zukunftsfeldern von Bedeutung sein können; beispielsweise mit Blick auf die Funktionsweise kooperativer Dienstleistungssysteme, die Chancen und Grenzen von Standardisierung und Virtualisierung, die Gestaltung von Leistungs- und Arbeitsprozessen, die Präzisierung von Innovationsbarrieren und -strategien. Hierzu werden, als Auftakt für eine Diskussion mit dem Publikum, Verantwortliche aus den Verbundprojekten und dem Begleitvorhaben in einer moderierten Gesprächsrunde Stellung nehmen.

Weitere Informationen: http://www.hauptstadtkongress.de/

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