Rückblick auf die Dienstleistungstagung im Wissenschaftsjahr 2014

Juli 2014 - Auf der Dienstleistungstagung 2014 beschäftigten sich am 27. und 28. Mai etwa 350 Teilnehmer aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Sozialpartnern mit Dienstleistungsinnovationen durch Digitalisierung. Alle Beiträge im Plenum und in den Sessions machten dabei die enorme Bedeutung der Digitalisierung von Dienstleistung für Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeit deutlich. "Dienstleistungsmärkte ohne Digitalisierung werden nicht mehr möglich sein" bekräftigte Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, zur Eröffnung der Tagung.

Die Beiträge der Tagung zeigten insbesondere den Einfluss von Digitalisierung auf die Verknüpfung von Produktion und Dienstleistung auf. Die Potenziale zur Steigerung der Produktivität wurden unter anderem von Staatsekretär Dr. Georg Schütte und vom Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske dargelegt. Prof. Dr. Irene Bertschek vom ZEW führte aus, dass Digitalisierung seit 1995 für 23% der Produktivitätssteigerung in Deutschland verantwortlich gewesen sei. Für zukünftige Entwicklungen ließ Prof. Dr. Henning Kagermann, Präsident der acatech erwarten, dass die Digitalisierung den Großteil aller Branchen - auch aus dem Bereich der Produktion - grundlegend verändern werde. Über die Kontrolle digitaler Service-Plattformen könnten einzelne, innovative Firmen bestehende Hierarchien auf den Kopf stellen. In vielen Beiträgen waren daher die Chancen der deutschen Wirtschaft, ihre ausgezeichnete Stellung im internationalen Wettbewerb zu halten ein wichtiges Thema. Insbesondere den produzierenden Unternehmen wurde ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die bestehende Verknüpfung von Produktion und digitaler Dienstleistung sei im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Um diese Stellung zu halten müsse die Forschung jedoch intensiviert werden. Entsprechend gab BMBF-Abteilungsleiter Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas im Rahmen der Podiumsdiskussion die Veröffentlichung einer Förderrichtlinie für "Dienstleistungsinnovationen durch Digitalisierung" bekannt.

Bildrechte: Bundesministerium für Bildung und ForschungDr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium

Den Chancen der Digitalisierung wurde auf der Tagung die Gestaltung der Arbeit im digitalen Zeitalter als wichtiges Thema an die Seite gestellt. Frank Bsirske forderte von Wirtschaft und Politik, klare Leitlinien für gute Arbeit, die Begrenzung der Erreichbarkeit von ArbeitnehmerInnen und eine intensivierte Forschung zur Arbeitsgestaltung. "Digitalisierung ist kein Selbstzweck, der Mensch muss im Mittelpunkt stehen" griff auch Prof. Dr. Dieter Spath, Vorsitzender der Wittenstein AG dieses Thema auf. Gleichzeitig wurde auch deutlich gemacht, dass die Digitalisierung Chancen für eine moderne Arbeitsgestaltung generiert. Thomas Sattelberger, Vorsitzender der Initiative "Neue Qualität der Arbeit" legte in seiner Keynote die Gestaltungsspielräume der Beschäftigten dar, welche durch das Zusammenwachsen von Produktions- und Wissensarbeit entstünden. Diese Chancen ergäben sich jedoch nicht von selbst sondern es bestehe Handlungsbedarf für alle beteiligten Akteure. Diesbezüglich betonten Prof. Dr. Günther Schuh vom FIR an der RWTH Aachen und IBM-Geschäftsführerin Martina Koederitz in ihrem Dialog die Verantwortung eines jeden einzelnen, sich der Herausforderung Digitalisierung zu stellen und die Chancen zu nutzen.


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