Projekt des Monats

Hier stellen wir Ihnen jeden Monat ein Verbundprojekt aus dem Bereich "Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen" vor. In diesem Monat aus dem Förderschwerpunkt "Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel" das Verbundprojekt "AlFaClu - Altersgerechte und -übergreifende Fachkräfteentwicklung in Hochtechnologie-Clustern am Beispiel optischer Technologien und Mikrosystemtechnik in Berlin und Brandenburg". Das Projekt untersucht konkret die Frage: Wie können Unternehmen und Forschungseinrichtungen, mit Hilfe des Clusters, ihre Fachkräfte demografiesensibel entwickeln, halten und gewinnen? Hierzu werden Maßnahmen und Instrumente sowohl auf der Betriebs- als auch auf der Clusterebene angeregt, erarbeitet und implementiert.

Was ist ein Cluster?

Ein Cluster ist eine geografische Konzentration von miteinander verbundenen Organisationen in einem bestimmten Wirtschaftszweig. Aufgrund enger Lieferverflechtungen und Kooperationsbeziehungen stehen diese Organisationen miteinander in Beziehung und entfalten eine hohe Wettbewerbsfähigkeit (vgl. Porter 1999). Zu solch einem Cluster gehören u. a. Unternehmen, Forschungs- und Hochschuleinrichtungen sowie Verbände und Wirtschaftseinrichtungen (z.B. IHK, Handwerkskammern).

Hintergrund

Die im Cluster Optik zusammengefassten Bereiche Optische Technologien und Mikrosystemtechnik gehören zu den wichtigsten Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Die Hauptstadtregion zählt hier zu den international führenden Standorten. Für die nachhaltige Sicherung dieser Position ist das demografiesensible Management von Kompetenzen zentral: Die ca. 400 Organisationen im Cluster müssen aufgrund des demografischen Wandels nicht nur mit einer alternden Belegschaft, sondern gerade in den technischen Bereichen auch mit einem Mangel an Nachwuchs umgehen. Dieser demografiebedingte Engpass verlangt ein neues Konzept - und zwar ein integriertes Kompetenzmanagement für die Fachkräfteentwicklung. Neu und integriert aus folgenden zwei Gründen: (1) die geforderten Kompetenzen müssen mit den Spezifika einer altersgerechten und -übergreifenden Weiterbildung und Wissenssicherung übereinkommen; (2) aufgrund geringer betrieblicher Ressourcenausstattung ist eine Verzahnung der Betriebs- und Clusterebene bei herrschender "coopetition" (Dualität von Konkurrenz und Kooperation) der Organisationen anzustreben. Daher hat sich die Helmut-Schmidt-Universität gemeinsam mit der Universität Hamburg, dem Zentrum für Mikrosystemtechnik Berlin und elf Value Partnern (am Projekt beteiligte Organisationen aus dem Cluster Optik) zu einem Verbund zusammengeschlossen und das Projekt AlFaClu initiiert.

Schaubild über die altersgerechte und-übergreifende Fachkräfteentwicklung in Hochtechnologie-Clustern am Beispiel des Clusters Optik

Das Ziel des Verbunds ist es, Anreiz- und Koordinationsmechanismen auf Clusterebene sowie Maßnahmen auf Organisationsebene zu erarbeiten und umzusetzen, die in einem integrierten Kompetenzmanagement zusammenfließen und für eine demografiesensible Fachkräfteentwicklung im Cluster sorgen. Die Maßnahmen leiten sich dabei aus den Bedarfen der Unternehmen und Forschungseinrichtungen ab. (Siehe Schaubild)

Vorgehen

  1. Mit Hilfe von Experteninterviews, organisationsspezifischen Daten, einer clusterweiten Befragung und Delphi-Expertenrunden werden die Kompetenzen zur Fachkräfteentwicklung im Cluster analysiert.
  2. Auf Grundlage der Analyseergebnisse und Expertenrunden erfolgt die Entwicklung von Anreiz- und Koordinationsmechanismen sowie Maßnahmen für ein demografiesensibles Kompetenzmanagement.
  3. Die entwickelten Anreiz- und Koordinationsmechanismen sowie Maßnahmen werden im Cluster erprobt, implementiert und optimiert.

Erste Ergebnisse

Im Rahmen der ersten Delphi-Expertenrunde zum Thema "Kompetenzmanagement im Cluster Optik" wurden mit 18 Experten aus dem Bereich der Fachkräfteentwicklung erste Analyseergebnisse diskutiert und mögliche Angebote zum Kompetenzmanagement im Cluster abgeleitet. Hieraus resultierte die Idee des Arbeitskreises "Fachkräfte", in dem sich Personalverantwortliche aus verschiedenen Organisationen des Clusters Optik regelmäßig treffen, um gemeinsam Wege zu finden, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften decken zu können. Der Arbeitskreis wurde im Zuge des von AlFaClu konzipierten und organisierten Wirtschaftsforums Treptow-Köpenick "Fachkräftesicherung im Cluster Optik in Berlin/Brandenburg - (K)ein Problem?" gestartet.

Foto von etwa 40 Teilnehmenden aus verschiedenen Organisationen im Cluster Optik, die einem Plenumsbeitrag zuhören. Foto: Franziska Scheier

Etwa 70 Teilnehmende aus verschiedenen Organisationen im Cluster Optik tauschten sich beim Wirtschaftsforums Treptow-Köpenick zum Thema Fachkräftesicherung aus.

Zudem wurden aus einer Sammlung von 50 möglichen Instrumenten, die innerhalb des Clusters zur Sicherung der Fachkräfte im demografischen Wandel beitragen können, ausgewählte Instrumente besonders aufbereitet: In Handreichungen werden einzelne Instrumente zum demografiesensiblen Kompetenzmanagement praxisnah erklärt, sodass Organisationen diese selbständig nutzen können. Einige Beispiele für Instrumente des Kompetenzmanagements, die in Handreichungen beschrieben werden, sind die Altersstrukturanalyse, der Demografielotse, die Einführung und das Management von altersgemischten Teams, die Vermittlungsbörse Rent-a-Rentner und die Wissenskarten Gelbe Seiten. Darüber hinaus wurden Handreichungen erstellt, die den Organisationen finanzielle Fördermöglichkeiten für das eigene Kompetenzmanagement aufzeigen.

Mit dem Ziel, betriebliche Experten mit beruflichem Fachwissen der Cluster-Organisationen zu befähigen, ihr Wissen systematisiert an ihre Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben, wurde von AlFaClu zudem das Seminar "Didaktische must-haves für Trainer/-innen" konzipiert. Entworfen als gemeinsames Seminar für Beschäftige verschiedener Organisationen, wurde es zunächst in einem Unternehmen erfolgreich durchgeführt. Die Ausbildung von betrieblichen Trainings-Experten unterschiedlicher Organisationen soll nun in einem zweiten Seminar ausgeweitet werden, um so den Cluster-Gedanken der Gemeinsamkeit zu stärken und zu fördern.

Des Weiteren befindet sich derzeit eine digitale Weiterbildungsplattform in der Planung. Mit dieser sollen bestehende, aber den meisten Cluster-Organisationen unbekannte sowie neue Weiterbildungsangebote zentral zusammengeführt und für Clusterakteure buchbar gemacht werden. Die Plattform soll auf diese Weise zu einer höheren Beteiligung an der (demografiesensiblen) Fachkräfteentwicklung im Cluster beitragen.

Ergebnistransfer

Der Transfer von Projekterfahrungen und -ergebnissen erfolgt bei AlFaClu mehrstufig: Die Analyseergebnisse und entwickelten Instrumente zur altersgerechten und -übergreifenden Fachkräfteentwicklung werden sowohl den Value Partnern und den Organisationen des Clusters als auch dem Clustermanagement zugeführt, um auf die Verbreitung und Weiterführung der AlFaClu-Ergebnisse und -Instrumente hinzusteuern.

Projektleitung, Koordination:
Univ.-Prof. Dr. Stephan Duschek
Helmut-Schmidt-Universität
Holstenhofweg 85
22043 Hamburg

Kontakt Ko-Koordinator:
Wiebke Kannenberg
wiebke.kannenberg@hsu-hh.de
040 - 6541 2987

Laufzeit:
01.11.2013 - 31.01.2017

Förderkennzeichen:
01FK13069, 01FK13070,
01FK13071

Weitere Projektinformationen:
www.alfaclu.de

 

Dokumente

Ansprechpartner


  • Dr.-Ing. Andreas Theilmeier

    • Telefonnummer: 0228 3821-1136
    • Faxnummer: 0228 3821-1248
    • E-Mail-Adresse: andreas.theilmeier@dlr.de