Prioritäre Maßnahmen "Personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Krankheiten"

Hintergrund

Im Gegensatz zu den unternehmensbezogenen Dienstleistungen stellen komplexe Wertschöpfungsketten bei personenbezogenen Dienstleistungen einen bislang wenig erforschten Aspekt der Dienstleistungsforschung dar. Angesichts der gegenwärtigen Neugestaltung der Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und des erheblichen Forschungsbedarfs in diesem Bereich, wurden Ende 2008 im Rahmen des Programms "Innovationen mit Dienstleistungen" vordringliche Maßnahmen im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen am Beispiel seltener Krankheiten initiiert. Anhand modellhafter, schwerer Erkrankungen mit hohem medizinischen und pflegerischen Dienstleistungsbedarf - wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) - wurden im Bereich der Gesundheitswirtschaft Gestaltungsnotwendigkeiten und -optionen identifiziert.


Ziel

Die vordringlichen Maßnahmen helfen im Rahmen von explorativen Pilotprojekten ein zukünftiges Förderfeld zu strukturieren, in diesem Feld erste Erfahrungen zu sammeln sowie Hinweise für weitere Maßnahmen und einen breiten Ergebnistransfer zu gewinnen.

Das mittelfristige Ziel der geförderten Verbundvorhaben war es, neben der Entwicklung kundenorientierter Lösungen bei der Gestaltung von Dienstleistungen in der gesamten Beratungs-, Versorgungs- und Pflegekette neue Geschäfts- und Finanzierungsmodelle insbesondere beim Zusammenwirken staatlicher und privater Dienstleistungsanbieter zu identifizieren, Ansatzpunkte für Innovationsprozesse aufzuzeigen sowie Hemmnisse und Chancen für die Internationalisierung der Gesundheitsdienstleistungen darzulegen. In einem weiteren Schritt wurden über ein Begleitvorhaben die Breitenwirksamkeit und Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Dienstleistungsfelder sichergestellt.

Unterstützt und ergänzt wurde die Arbeit der Verbundprojekte von einem Begleitvorhaben, das vom iso-Institut Saarbrücken durchgeführt worden ist. Seine Aufgabe war es, auf der Basis einer integrativen Zusammenschau und Verdichtung der Forschungsergebnisse weitergehende Transferchancen zu erkunden und den Boden für eine weiterführende Anwendung und Strukturierung des Forschungsfeldes "Personenbezogene Dienstleistungen" zu bereiten. Hierbei spielte der Aufbau von unterstützenden Strukturen in relevanten Arenen (Wirtschaft, Wissenschaft, Politik) und die Entwicklung einer forschungspolitischen Roadmap eine wichtige Rolle.


Ergebnisse

Daniel Bieber, Manfred Geiger (Hrsg.): Personenbezogene Dienstleistungen im Kontext komplexer Wertschöpfung. Anwendungsbeispiel "Seltene Krankheiten". Springer VS, 2014, 347 Seiten. (ISBN-13: 978-3531195797)

  • "Mobile-HybriCare - Einsatz mobiler Dienste bei der Integration hybrider personenbezogener Dienstleistungen in der Gesundheitswirtschaft im Home-Care-Bereich"

    Das Projekt "Mobile-HybriCare - Einsatz mobiler Dienste bei der Integration hybrider personenbezogener Dienstleistungen in der Gesundheitswirtschaft im Home-Care-Bereich" entwickelt Methoden, Modelle und Werkzeuge zum systematischen Design für personenbezogene hybride Produkte und Dienstleistungen und pilotiert diese im Bereich der ALS und Multiplen Sklerose (MS). Die Projektleitung liegt bei der Charité - Universitätsmedizin Berlin - Campus Virchow-Klinikum - Neurologische Poliklinik - ALS-Ambulanz.
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  • "ServCare_ALS - Gestaltung Kooperativer Dienstleistungssysteme für personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Erkrankungen"

    Im Projekt "ServCare_ALS - Gestaltung Kooperativer Dienstleistungssysteme für personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Erkrankungen" werden unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) die Grundlagen für die Gestaltung kooperativer Dienstleistungssysteme im Umfeld seltener Erkrankungen entwickelt. Das Projekt fokussiert insbesondere Transformationsprozesse in den Bereichen Prozesse, Interaktion, Dienstleistungsarbeit und Technologie.
    [mehr] (URL: http://www.pt-ad.pt-dlr.de/de/253.php)
  • "EIVE - Entwicklung innovativer Versorgungskonzepte am Beispiel seltener Erkrankungen"

    Beim Projekt "EIVE - Entwicklung innovativer Versorgungskonzepte am Beispiel seltener Erkrankungen" werden unter Federführung der Technischen Universität Berlin spezifische Problemstellungen der ganzheitlichen Versorgung von Patienten mit seltenen Erkrankungen adressiert. Im Mittelpunkt stehen die Verbreitung des Wissens über innovative Versorgungsansätze und die Gestaltung von interdisziplinären Gesundheitsnetzwerken und deren erfolgreiche Verankerung im Gesundheitssystem.
    [mehr] (URL: http://www.pt-ad.pt-dlr.de/de/251.php)
  • "Tech4P - Strategien für die Technikintegration bei personenbezogenen Dienstleistungen"

    Im Projekt "Tech4P - Strategien für die Technikintegration bei personenbezogenen Dienstleistungen" werden unter Leitung des FIR an der RWTH Aachen Zukunftsszenarien für den Einsatz moderner Technologien in personenbezogenen Dienstleistungen entwickelt. Das Projekt analysiert die speziellen Herausforderungen für den Technologieeinsatz aus den Perspektiven Person, Organisation und Technologie und stimuliert diese in entsprechenden Szenarien.
    [mehr] (URL: http://www.pt-ad.pt-dlr.de/de/249.php)

Dokumente

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